Die Bubl in Strassburg

(Januar 2008; von Felix)

Es ist das zweite Wochenende im neuen Jahr und der Rückrundenbeginn in der Regionalliga noch in weiter Ferne. Wenige Tage zuvor entsteht eine Idee und einen kurzer Telefon Rundruf später, sind für 6 Bunte Blaue die Pläne für eben jedes Wochenende gemacht. Es geht nach Straßburg, ins schöne Nachbarland Frankreich, zu einer Fussball-Kultur-Reise.

Das heißt konkret: Früh los, kulturell etwas unternehmen in Straßburg und den Abend mit einem Fussballspiel beschließen. Gut, richtig früh war es nicht mehr als sich 6 Gestalten um 12.00 Uhr Mittags am Fernsehturm trafen um gemeinsam aufzubrechen. Das tat der guten Stimmung aber nichts ab und so wurde sich nach freudiger Begrüßung und verspäteter Neujahrswünsche, in die Autos gesetzt und Richtung Frankreich aufgebrochen. Unterwegs klingelte dann in Wagen 2 das Bordtelefon (Das Handy von Felix, welches an diesem Tage noch das eine oder andere mal als Bordtelefon benutzt werden sollte) und der erste Stop wurde vereinbart. Kurz vor Straßburg kannte Joe ein Restaurant, in dem es wohl den
besten Tarte Flambé ganz Frankreichs gibt. Nachdem wir ja gerade zur Mittagessenszeit unterwegs waren, passte das natürlich perfekt in den Plan. Allerdings sollte sich die Suche nicht ganz einfach gestalten. Wie von unzähligen Bunte Blaue Fahrten bekannt, ist unser Clubeigenes Naviationsgerät names J.O.E. leider nicht immer fehlerfrei. Doch Gott sei Dank hat es die Funktion sich in diesem Falle regionale Updates herunterzuladen (oder anders gesagt: Es spricht in perfekter Landessprache Einheimische an). Irgendwann, nach einigen Updates und nachdem wir im zweiten Fahrzeug erstmal wieder das Bordtelefon benutzen musste um den Wagen mit unserem Navi wieder zu finden, erreichten wir doch ein Wohngebiet in dem wir parken konnten. Also machten wir uns zu Fuß auf den Marsch und nach einem weiteren Update erreichten wir das benannte Restaurant, in einem kleinen Ort zwischen der Grenze und Straßburg. Aber die böse Überraschung: Geschlossen! Leere, hungrige Blicke der 6 BuBl und eine spontante Entscheidung: Nochmal ein Update eingeholt mit dem Standort eines nächsten

Gasthauses und wieder ab ins Auto. Dieses erreichten wir dann 10 Minuten später auch, es hatte auch offen, aber: Küche schon geschlossen. Langsam machte sich das Gefühl breit Frankreich wollte uns hier nicht haben. Zu guter letzt entschieden wir uns dann für ein gigantisches Einkaufszentrum, in dem wir belegte Baguettes zu uns nahmen und danach erstmal ein paar Mitbringsel einkauften. Gestärkt waren die 30 km nach Straßburg wie im Nu verflogen, das Navi zeigte uns ohne Update perfekt den Weg zum Stadion von Racing Straßburg, wo wir uns gleich einen guten Parkplatz sichern konnten, so früh vor Spielbeginn. Nachdem dann extra noch das Kartenhäuschen für uns geöffnet wurde, waren wir auch mit Eintrittskarten für das Spiel versorgt, so dass nun wohl nichts mehr schief gehen konnte. Mit der Bahn ging es in die Altstadt von Straßburg, kurz zum Münster und danach (nach einem Update des Navis im Tourismusbüro) mit einem klitzekleinen Umweg und nochmaligen regionalen Updates zum Musée Tomi Ungerer. Einem Großteil unserer Reisegruppe spontan recht unbekannt, ließen Joe und Martin nicht locker uns davon zu überzeugen dass das sehr interessant wäre.

Also folgten wir in das relativ neu eröffnete Museum des Malers, Grafikers und Designers. Wie angekündigt ein sehr interessantes Museum mit vielen Werken die zum nachdenken anregten, allerdings auch für Verwunderung sorgten. Allen voran die Über 18 Bilder im Keller des Museums. Hier hatte uns unser Navi also einen guten Tipp gegebenen, die Wahl des Abendessens wurde dann aber relativ schnell ohne weitere Wegfindung getroffen: Wir entschieden uns für ein kleines Bistro das wir auf dem Weg schon entdeckten. In gemütlicher Runde zu Tarte Flambé, Amstel Bier und Orangina lauschten wir dann den Geschichten von Joe und Utz, die wie fast schon jedes Jahr über den Boxing Day einige Tage gemeinsam in England verbrachten und viel spannendes zu berichten hatten. Rechtzeitig brachen wir wieder zum Stadion auf, nach einem kurzen McDonald's Zwischenstopp extra für Daniel und Felix, betraten wir das Stade de la Meinau und nahmen unsere Kurvenplätze ein.

Der Gegener von Racing war heute OGC Nizza, die als rechts auswärtsschwach gelten so dass wir alle auf einen Sieg von Racing hoffen durften, die nach schon einigen Ausflügen der BuBl doch einige Symphatien gewonnen haben. Was wir dann zu sehen bekamen, war zum einen interessant, zum anderen erschreckend. Interessant war das Spiel sehr für uns und gerade das war erschreckend. Warum? Wir sahen rein vom spielerischen her ein sehr schlechtes Spiel, mit unzähligen Fehlpässen und schwachen Zweikämpfen. Allerdings fand das alles auf einem technischen Grundniveau statt, das uns faszinierte und das viele von uns schon lange nicht mehr so erlebt haben. Man darf bei den Blauen ja auch keine technischen Kunststücke erwarten, aber das war einfach so ein anderes Niveau das allein das zuschauen der Grundlagen auf dem Rasen großes Interesse weckte. Das Tor für Nizza entstand dann nach einer fantastischen Kombination, bei der schon im Ansatz einige von uns bemerkten: "Das wird ein Tor".

Nach Schlusspfiff ging es schnell wieder in die Autos, schließlich war der Anpfiff erst um 20.00 Uhr und einige (Utz) hofften noch auf die letzte S-Bahn in Stuttgart. Wir wählten für die Rückfahrt den schnellen Weg über Kehl und waren kurz vor Mitternacht dann wieder am Fernsehturm. Utz reichte es zwar nicht auf die Bahn, jedoch wurde er dann schon auf der Anfahrt in Leonberg abgesetzt, so dass auch er gut nach Hause kam.
Ein interessanter, lustiger und guter Tag endete, mit dem Fazit das wir eigentlich jedes mal nach solchen Ausflügen ziehen: Müssen wir auf jeden Fall öfters machen.